SCHRITT 1: Fünf VORAUS­SETZUNGEN PRÜFEN

Ist Ihr Unternehmen geeignet?
  • Sie verfügen über einen geeigneten Arbeitsplatz für den Azubi?
  • Die üblichen sozialen Einrichtungen sind vorhanden?
  • Dann holen Sie sich die Bestätigung der Eignung als Ausbildungsstätte von Ihrer Haus-IHK!
Haben Sie genug Fachkräfte im Unternehmen?
  • Als Faustregel gilt: 1 Azubi für 1 bis 2 Fachkräfte, 2 Azubis für drei bis fünf Fachkräfte, 3 Azubis für 6 bis 8 Fachkräfte.
  • Als Fachkraft gelten: Ausbilder (siehe dazu die zwei weiteren Punkte zur persönlichen und fachlichen Eignung), wer eine Ausbildung in einer vergleichbaren Fachrichtung abgeschlossen hat und/oder wer 6 Jahre im Beruf tätig ist.
Sind Sie persönlich geeignet?
  • Persönlich nicht geeignet ist insbesondere, wer Kinder oder Jugendliche nicht beschäftigen darf oder wiederholt oder schwer gegen das Berufsbildungsgesetz oder die auf seiner Grundlage erlassenen Bestimmungen verstoßen hat.
Sind Sie fachlich geeignet?
  • Fachlich geeignet sind Ausbilder(innen) dann, wenn sie die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten und Kenntnisse und die erforderlichen berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse besitzen.
  • Im Normalfall werden Ausbilder(innen) als beruflich geeignet angesehen, wenn sie das 24. Lebensjahr vollendet und die Abschlussprüfung in einer dem jeweiligen Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung bestanden haben. Alternativ müssen sie über ausreichende Berufserfahrung verfügen.
  • Die erforderlichen berufs- und arbeitspädagogischen Qualifikationen werden im Rahmen der Ausbildereignungsausbildung (AEVO) mit anschließender Prüfung durch die IHK vermittelt. Diese Prüfung muss also mindestens ein Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen bestanden haben, damit Sie als Betrieb ausbilden dürfen. Hierzu gibt Ihnen Ihre Haus-IHK gerne Auskunft.
Wissen Sie, an wen Sie sich bei Fragen zur Ausbildung wenden können?
  • In vielen Fällen können Sie sich im Zweifelsfall an den Ausbildungsbeauftragten der Deutschen Automatenwirtschaft wenden (030 24 08 77 66). Vending-Unternehmen können sich an den BDV wenden (0 221 447968).
  • Auch die IHK beantwortet Ihre Fragen zu den Voraussetzungen für Unternehmen und Ausbilder(innen)

SCHRITT 2: KENNEN SIE EIGENTLICH SCHON DIE AUSBILDUNGS­INHALTE?

IM BEREICH TECHNIK

In der Ausbildung zum Automatenfachmann /zur Automatenfachfrau mit Fachrichtung „Automatenmechatronik“ lernen die Azubis alles zur Installation, Inbetriebnahme und Instandhaltung der Geräte. IT- und Kommunikationstechnik gehören ebenfalls zu den Ausbildungsinhalten dazu.

IM SERVICE-BEREICH

Der Automatenfachmann / die Automatenfachfrau mit Fachrichtung „Automatendienstleistungen“ kann sich auf das Thema „Kundenbetreuung“ spezialisieren. Der Schwerpunkt liegt dann in Kommunikations-, Beratungs-, Verkaufs– und Beschwerdemanagement-Techniken.

IM BÜROBEREICH

Der Automatenfachmann / die Automatenfachfrau mit Fachrichtung „Automatendienstleistungen“ kann sich auf das Thema „Kaufmännische Geschäftsprozesse“ spezialisieren, und somit das Büro perfekt unterstützen. Abrechnungen, Personalwirtschaft aber auch Marketing-Maßnahmen gehören zu den Fachthemen dieser Spezialisierung.

SCHRITT 3 : EINEN AZUBI FINDEN

Es gibt viele Möglichkeiten zu veröffentlichen, dass Sie einen Azubi oder eine Azubine suchen. Eins davon ist die Nutzung der brancheneigenen Ausbildungsstellenbörse. Wir haben dazu für Sie ein paar Tipps und Tools zusammengestellt!

SCHRITT 4 : DAS AUSBIL­DUNGS­VER­HÄLTNIS BEI DER IHK MELDEN

Reichen Sie dafür bei Ihrer zuständigen IHK folgende Unterlagen ein:

  • Antrag der IHK auf Eintragung in das Lehrstellenverzeichnis
  • Ausbildungsverträge mit allen Unterschriften (2 Ausfertigungen)
  • Betrieblicher Ausbildungsplan
  • Ausbilderkarte mit Angaben zum Ausbilder, Kopie des Berufsabschlusses
  • Bescheinigung über eine ärztliche Untersuchung bei Jugendlichen unter 18 Jahren

Anträge und Musterverträge finden Sie teilweise im Downloadbereich, alle Dokumente sind sonst bei Ihrer IHK erhältlich!

SCHRITT 5: LETZTE FORMALI­TÄTEN ERLEDIGEN

  • Anmeldung in der zuständigen Berufsschule
  • Anmeldung bei der Sozialversicherung (Krankenkasse)
  • Vorbereitung des Arbeitsplatzes
  • Berichtsheft bei der IHK anfordern

Die Checkliste

Erfüllen Sie wirklich alle möglichen Voraussetzungen, die Sie dazu berechtigen in Ihrem Unternehmen auszubilden? Machen Sie den Selbsttest!

FAQ

Was ist mit der Berufsschule?

Alle Auszubildenden besuchen die Berufsschule, da der Unterricht wesentliche Teile des theoretischen Inhalts des jeweiligen Ausbildungsberufs abdeckt (Blockunterricht). Eine Übersicht der Berufsschulen finden Sie unten im Downloadbereich unter Berufsschulen.

Wie steht’s mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz?

Für junge Menschen unter 18 Jahre gelten besondere Bedingungen, die beispielsweise bei der Planung der täglichen Ausbildung berücksichtigt werden müssen. Die für Ihr Unternehmen zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) berät Sie gerne.

Sollte ich auch Praktika als Vorstufe für die Besetzung von Ausbildungsplätzen anbieten?

Ein Praktikum ist für Sie als Unternehmer eine gute Entscheidungshilfe bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie eine Imageaufwertung Ihres Unternehmens. Die Dauer eines Praktikums können Sie mit dem Praktikanten selbst festlegen. In vielen Fällen gibt es für Sie Bezuschussungen. Für mehr Informationen können Sie gern das AWI Ausbildungsteam kontaktieren: praktikum@automatenberufe.de

Wie ist der bürokratische Aufwand?

Manche Hemmnisse für ausbildende Betriebe wurden in den vergangenen Jahren abgebaut; vieles geht leichter, als Sie es sich vorstellen. Die Ausbildungsberater Ihrer IHK klären mit Ihnen alle Fragen rund um die Ausbildung. Sie vermitteln Kontakte zu Kooperationspartnern, Schulen, Arbeitsagenturen und weiteren Ansprechpartnern. Nutzen Sie daher die kostenfreie und unverbindliche Beratung. Ihre IHK finden Sie unter dihk.de. Bei Fragen können Sie auch gerne unser Ausbildungsteam kontaktieren: ausbildung@automatenberufe.de

Was ist während der Ausbildung zu berücksichtigen?

Halten Sie regelmäßigen Kontakt zu Ihrer Berufsschule und zu Ihrer IHK. Von dort erhalten Sie alle wichtigen Informationen, etwa auch zur Abschlussprüfung Ihres Auszubildenden. Ihr Ausbildungsberater steht Ihnen bei allen Fragen zur Seite, um der Ausbildung auch in Ihrem Unternehmen zu einem Erfolg zu verhelfen.

Die IHK hat grünes Licht gegeben. Wie komme ich nun an einen Auszubildenden?

Geben Sie auch „schwachen“ Bewerbern eine Chance. Der erste Eindruck zählt – Schulnoten sagen nur bedingt etwas darüber aus, ob ein junger Mensch einen Beruf ergreifen will. Vereinbaren Sie ein Praktikum, um sich besser kennen zulernen. Beziehen Sie die Eltern des Bewerbers mit in den Prozess ein.

Was muss ich sonst noch beachten?
  • Der Auszubildende besucht die Berufsschule, um insbesondere theoretische Kenntnisse zu erwerben, die durch praktische Beispiele in Ihrem Betrieb umgesetzt werden können. Informationen über die nächstgelegene Berufsschule und die Schulzeiten erhalten Sie bei Ihrer IHK. Eine erste Übersicht über die Berufsschulen finden Sie im Downloadbereich.
  • Ihr Auszubildender führt einen Ausbildungsnachweis, das so genannte „Berichtsheft“. Dieses Dokument belegt den Inhalt und den Verlauf der Ausbildung und ist damit das wichtigste Papier neben dem Ausbildungsvertrag. Viele IHKs bieten Vorlagen für das Berichtsheft an.
Was kostet mich die Ausbildung? Und was bringt Sie mir für Vorteile?

Ein Auszubildender wird wie ein Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig angemeldet. Er hat Anspruch auf eine „angemessene“ Ausbildungsvergütung. Was „angemessen“ ist, hängt von der Branche ab, in der Sie tätig sind. Ihr Ausbildungsberater hilft Ihnen hier weiter.

Wichtiger als die Frage nach den Kosten für eine Ausbildung ist jedoch der Nutzen, den Sie daraus ziehen: Sie bilden Ihre eigenen Fachkräfte aus, die nach der Ausbildung nicht mehr aufwändig eingearbeitet werden müssen. Ehemalige Auszubildende kennen Ihren Betrieb, Ihre Mitarbeiter von „der Pike auf “ und sind diesem meist auf eine besondere Art verbunden.

Bin ich pädagogisch und fachlich geeignet?

Ihr neuer Azubi benötigt einen Ansprechpartner im Unternehmen, einen Ausbilder, der „fachlich geeignet“ ist. Fachlich geeignet ist, wer einen Berufsabschluss oder ein Studium vorweisen kann, das mit den neuen Ausbildungsberufen in enger Verbindung steht. Geeignet ist auch derjenige, der keinen passgenauen Abschluss hat und bereits seit mehreren Jahren in der Automatenbranche arbeitet.

Der Ausbilder muss pädagogisch geeignet sein, d.h. er muss mit jungen Menschen umgehen können und Freude daran haben, sein Wissen weiterzugeben. Den „Ausbilderschein“ (ADA-Schein) können Sie bei Ihrer IHK oder auch im Fernlehrgang erwerben.

Wer darf ausbilden? Ist mein Unternehmen geeignet?

Jeder der ein Unternehmen hat, das am Markt etabliert ist, kann gemeinsam mit dem Ausbildungsberater der IHK die Möglichkeiten ausloten, wo und wie in Ihrem Unternehmen ausgebildet werden kann.

Einen ersten Kurz-Check können Sie mithilfe des nachfolgenden Links durchführen: Checkliste 1 (Allgemeine Ausbildungsvoraussetzungen).

Ausbildungsvertrag? Was ist das?

So, wie Sie einen Arbeitsvertrag mit einem Mitarbeiter schließen, gibt es ein spezielles Formular für Auszubildende. Der Ausbildungsberater Ihrer IHK hat dieses Dokument für Sie im „Beratungsgepäck“ und bespricht mit Ihnen die wichtigsten Inhalte und Regelungen. Dort sind beispielsweise die Höhe der Ausbildungsvergütung und der Urlaubsanspruch festgelegt.

Welchen Schulabschluss muss der Bewerber haben?

Ein guter Hauptschulabschluss reicht. Letztendlich ist die Einstellung wichtiger als die Schulnoten.

Gibt es ein Mindestalter?

Der Zutritt von Spielhallen ist für Minderjährige verboten, dies gilt natürlich auch für Azubis. Das bedeutet, dass man in der Glücksspielbranche teilweise erst mit 18 seine Ausbildung anfangen kann.

Mechatroniker sind oft unterwegs und brauchen deshalb früh in der Ausbildung einen Führerschein, auch deshalb ist ein Mindestalter von 18 günstig, wenn du eine Ausbildung zum Automatenfachmann beginnen möchtest.

Es gibt allerdings auch  viele Möglichkeiten, eine Ausbildung zum Automatenfachmann schon mit 16 zu starten: so im Vending-Bereich, im Großhandel oder in der Werkstatt.

Muss man sich gleich für eine Spezialisierung entscheiden?

Ja. Im Gegensatz zur Vergangenheit muss nun die Spezialisierung gleich am Anfang der Ausbildung ausgewählt werden.

Wann geht es mit der Ausbildung los?

Je nach Bundesland ist der Ausbildungsstart für Automatenfachmänner entweder am 01.08. oder 01.09 eines jeden Jahres.

Die zuständigen Berufsschulen finden Sie hier.

Wer ist während der Ausbildung der Betreuer?

Für jeden Lehrling muss es einen klar benannten Ausbilder oder Meister geben, der ausdrücklich mit der Ausbildung am Ausbildungsplatz beauftragt ist. Der Ausbilder oder die Person, die mit der Ausbildung beauftragt ist, muss dem Azubi Fragen beantworten und ihn in Arbeitsvorgänge einweisen. Er muss seine Arbeitsergebnisse kontrollieren und dafür sorgen, dass der Azubi alle wichtigen Ausbildungsinhalte erlernt. Daraus ergibt sich, dass er eigentlich immer anwesend sein muss.

Wer hilft bei Problemen während der Ausbildung?

Je nach Problem können Berufsschullehrer, die IHK, die Agentur für Arbeit (z.B. wenn Nachhilfe gebraucht wird) und der Ausbildungsbeauftragter der Deutschen Automatenwirtschaft helfen.

Die Ausbildungshotline der Automatenwirtschaft (030 24 08 77 66) ist dafür eingerichtet, dass im Problemfall während der Ausbildung möglichst schnelle Hilfestellung geleistet werden kann.

Was erwarten eigentlich die Jugendlichen?

Wenn man sie fragt, soll die Ausbildung „abwechslungsreich“ sein, „Spaß machen“ und „Geld“ bringen. Hinter diesen Wünschen, die oft die Unternehmer abschrecken (letztendlich sollen die Jugendlichen was lernen) steht eigentlich nichts anderes als bei jedem anderen Arbeitnehmer.

Die Einstellung ist nicht so eng zu sehen: „abwechslungsreich“ wird es für den Jugendlichen, ab dem Moment wo er  neugierig sein darf und vieles kennenlernen darf. Das Wort zeugt erstmal von Neugier, und das ist eine gute Eigenschaft.

„Spaß machen“ klingt nach Party und High-Life. Doch es wirkt ganz anders, wenn man es so formuliert:  Freude bei der Arbeit. Es geht hier also um den Wunsch nach einem offenen Team, realisierbare Arbeitsziele auf die man danach stolz sein kann, und über die man vor Freunden gerne berichtet. Und nicht vergessen: Lernen macht keinen Spaß, wenn man keinen Fehler machen darf und nur unter Leistungsdruck steht.

Wieviel „Geld“ braucht ein Jugendlicher, um glücklich zu sein? Die Frage ist doch, wofür steht das „Geld“ im Kopf der Jugendlichen? Es steht für Unabhängigkeit, für Freiheit, für Erwachsensein – für Selbstständigkeit. Es ist auch ein Vergleichsmoment mit Gleichaltrigen. Über „Geld“ beeinflussen Sie den Status und die Außenwirkung des Jugendlichen und somit seine Einstellung zur Ausbildung. Hier gilt der Spruch: wer wenig zahlt, kriegt auch wenig Leistung und wenig Anerkennung.

Bewerber mit bewegter Vergangenheit, ein No Go?

Mehrere Ausbildungen abgebrochen, schlechte Schulnoten, Bewerbungsanschreiben im gebrochenen Deutsch oder große Lücken im Lebenslauf. Was nun? Sie können sich natürlich gegen solche Bewerber entscheiden.

Sie können aber auch darin eine Chance sehen. Zu Zeiten, wo der Fachkräftemangel allgegenwärtig ist, wo Azubis immer schwerer zu finden sind und wo die besten Jugendlichen sich für ein Studium oder ein Großkonzern entscheiden, sind hohe Ansprüche nicht dienlich bei der Suche nach dem passenden Azubi.

Inhaltliche Lücken lassen sich auffüllen, beispielsweise durch Hilfeprogramme der Agenturen für Arbeit (Nachhilfe, Deutschkurse), der Berufsschulen (Abendkurse, Integrationskurse) oder der berufsvorbereitenden Schulen.

Lücken oder Ungereihmtheiten im Lebenslauf können von Vorteil sein: der Bewerber hat ggf. schon Berufserfahrungen gesammelt, er ist kein Neuling mehr. Er bringt möglicherweise Wissen aus anderen Branchen mit. Und auch er weiß, dass er kein perfekter Kandidat ist: er wird dem Unternehmen dankbar sein, das ihm eine Chance gibt, und vielleicht dadurch verstärkt zu guten Leistungen motiviert sein.

Wo finde ich Azubis?

Wir haben eine eigene Börse, die nur für Automatenfachleute erstellt wurde. Dort können Stellenangebote aber auch Stellengesuche eingestellt werden.
Die Agentur für Arbeit leistet ebenfalls Unterstützung. An der Stelle raten wir dringend dazu, die Hilfe Ihres zuständigen Beraters in Anspruch zu nehmen, um optimale Suchergebnisse zu erzielen.

Kommen Sie mit uns zu den Berufsbildungsmessen. Die Deutsche Automatenwirtschaft und der Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft besuchen mehrmals im Jahr Ausbildungsmessen, um Jugendliche auf den Beruf aufmerksam zu machen. Wenn wir wissen, dass Sie einen Azubi suchen, können wir bei der Vermittlung helfen, Ihre Visitenkarte mitnehmen, oder Sie mit als Standbesatzung anmelden.

Mehr Tricks und Tipps finden Sie hier.

Welche Vergütung ist für ein Azubi angemessen?

Die Vergütung ist unterschiedlich je nach Branche (Vending / Unterhaltung), Betriebsgröße und Bundesland. Da die Branche nicht an einheitlichen Tarifverträgen gebunden sind, ist die Höhe der Vergütung während der Ausbildung Verhandlungssache. Bei Rückfrage bei den jeweiligen Ausbildungsbeauftragten vom BDV und von der Deutschen Automatenwirtschaft können Richtwerte angegeben werden.

Folgendes sollten Sie bei Ihrer Entscheidung um die Azubi-Vergütung beachten: nicht nur der Azubi, sondern auch Sie als Unternehmen müssen überzeugen. Geht der Azubi, weil er unzufrieden ist, haben auch Sie umsonst investiert. Bei den derzeitigen Schwierigkeiten, Azubis zu finden, ist Bindung ein entscheidendes Element der Personalwirtschaft. Dazu gehört mehr als Gehalt – aber es ist für einen jungen Menschen entscheidend, der sich gerade in Selbstständigkeit versucht.

Welche weitere finanzielle Unterstützungen gibt es für Azubis während der Ausbildung?

Gerade wenn die Ausbildung nicht im Wohnort der Eltern stattfinden kann, wird es für Azubis schwierig, sich nur vom Ausbildungsgehalt ein eigenständiges Leben zu finanzieren. Es gibt für Jugendliche eine ganze Reihe von staatlichen Förderungen.

Kindergeld

Während einer Ausbildung können volljährige Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld bekommen. Sie bekommen auch noch Kindergeld, wenn die erste Ausbildung abgebrochen wurde und eine zweite Ausbildung angefangen wird. Erst nach Abschluss einer Ausbildung ändert sich die Situation.

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Azubis erhalten eine BAB, wenn sie während der Berufsausbildung nicht bei den Eltern oder einem Elternteil wohnen können, weil tägliches Pendeln zwischen Ausbildungsstätte und Wohnung der nicht zumutbar ist. Oder weil sie älter als 18 Jahre oder verheiratet beziehungsweise in einer Lebenspartnerschaft verbunden sind, oder mindestens ein Kind haben.

Eine Berufsausbildung wird nur dann mit BAB gefördert, wenn dir die erforderlichen Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts, für die Fahrkosten und die sonstigen Aufwendungen („Gesamtbedarf“) nicht anderweitig zur Verfügung stehen.

Wohngeld

Wer eine Ablehnung auf deinen Antrag auf BAB erhält, kann bei seiner Gemeinde/Stadt Wohngeld beantragen. Voraussetzung dafür sind ein Ablehnungsbescheid für die BAB und ein Nachweis, dass der bereits volljährige Azubi die Kosten für die eigene Wohnung selbst bestreiten muss.

Unterhalt von den Eltern

 

Welche Unterstützung gibt es für Betriebe?

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) haben das Ziel, den Ausbildungserfolg bzw. den Erfolg der Einstiegsqualifizierung zu sichern. Sie können bei Bedarf zu Beginn und jederzeit während der Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung gewährt werden. Ein spezieller Unterricht und gegebenenfalls begleitende sozialpädagogische Betreuung tragen zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten bei und/oder fördern das Erlernen fachtheoretischer Kenntnisse und fachpraktischer Fertigkeiten. Dabei entstehen Ihnen keinerlei Kosten. Der Zeitaufwand für abH beträgt 3–8 Stunden pro Woche. Es besteht die Möglichkeit der Förderung einer Zweitausbildung mit abH, sofern diese zu einer dauerhaften Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist.

Assistierte Ausbildung (AsA)

Mit der Assistierten Ausbildung sollen förderungsbedürftige junge Menschen und deren Ausbildungs-betriebe während einer betrieblichen Berufsausbildung (ausbildungsbegleitende Phase) mit dem Ziel des erfolgreichen Abschlusses der Berufsausbildung unterstützt werden. Die Maßnahme kann auch eine vorgeschaltete ausbildungsvorbereitende Phase zur Ausbildungsaufnahme enthalten. Hilfestel-lung gibt es bei: Lücken und Lernschwierigkeiten in der Fachtheorie und Fachpraxis, Sprachproble-men, Problemen im sozialen Umfeld, Problemen im Betrieb und Problemen mit Prüfungen.
Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Unternehmen/FinanzielleHilfen/index.htm

Wie sind die Arbeitszeiten?

Die Arbeitszeiten während der Ausbildung werden im Arbeitsvertrag geregelt. Folgende Prinzipien sollten in jedem Fall berücksichtigt sein (Arbeitszeitgesetz im Jugendarbeitsschutzgesetz):

Die Arbeitszeitregelung hängt vom Alter des Jugendlichen ab: Für minderjährige Azubis gelten andere Regelungen als für volljährige.

Bei volljährigen Azubis darf die werktägliche Arbeitszeit nur ausnahmsweise 8 Stunden überschreiten. Ab mehr als 6 Stunden Arbeitszeit muss eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten eingehalten werden.  Die gesetzliche Höchstarbeitszeit liegt bei 48 Wochenstunden.

Als Automatenfachmann fällt oft Schichtbetrieb an. Dabei gilt: Nach der täglichen Arbeitszeit müssen Arbeitnehmer/Auszubildende eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden haben. In verschiedenen Bereichen, so z. B. in Gaststätten und Hotels, in Verkehrsbetrieben oder in Krankenhäusern kann die Ruhezeit um eine Stunde verkürzt werden.

Der Ausbildende hat den Auszubildenden für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen. Die Unterrichtszeit einschließlich der Pausen wird auf die wöchentliche Arbeitszeit angerechnet. Die Anrechnung erfolgt jedoch nicht auf die betriebsübliche, sondern auf die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 48 Wochenstunden. Nach dem Unterricht ist eine Ausbildung im Betrieb – auch an beiden Schultagen – für erwachsene Auszubildende zulässig.

Montag bis Samstag sind ganz normale Arbeitstage. Für Arbeitstage, die an einem Sonn- oder Feiertag stattfinden, soll ein Ausgleichstag in der nächsten Woche anberaumt werden.

Sind „Goodies“ vom Arbeitgeber empfehlenswert?

Viele Arbeitgeber tun viel für Ihre Azubis, auch so in unseren Branchen. Ob Finanzierung des Führerscheins, eigenen Dienstwagen, Firmenhandy, Übernahme der Kosten für die Fahrkarte zum Betrieb, oder aber auch einfach freie Getränke, Azubis-Aktionstage, Workshops, Fahrsicherheitstraining, Besuche bei Partnerunternehmen um andere Azubis der Branche kennenzulernen, Messebesuche – manche bezahlen sogar Wohnungen für ihre Azubis! Fazit: die Konkurrenz auf dem Ausbildungsmarkt schläft nicht!

Wie viel Urlaub steht dem Azubi während der Ausbildung zu?

Die Anzahl der Urlaubstage ist grundsätzlich eine Verhandlungssache. Allerdings setzt der Gesetzgeber bestimmte Mindeswerte fest, welche auf Grund des Alters variieren:

  • Unter 17 Jahre: mindestens 27 Werktage
  • Unter 18 Jahre: mindestens 25 Werktage
  • Bei volljährigen Auszubildenden gilt das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) von mindestens 24 Werktagen.
Kann man die Ausbildung verkürzen?

Es ist in bestimmten Fällen möglich, die Ausbildung zu kürzen: wer zuvor bereits eine Ausbildung absolviert hat oder auf Grund des Lebensalters und vorhergehender Berufserfahrung für eine Verkürzung in Frage kommt, kann die Ausbildung auf 2 Jahre verkürzen. Die Entscheidung obliegt der IHK.
Konkret nehmen dann die Azubis ein halbes Jahr am Unterricht der Unterstufe teil und wechseln dann in die Mittelstufe.

Ist die Ausbildung staatlich anerkannt?

Ja, seit 2008 ist die Ausbildung zum Automatenfachmann/-frau staatlich anerkannt.

Was ist eine „Fachkraft für Automatenservice?“

Nach der Neuordnung der Berufe 2015 wurde nur die dreijährige Ausbildung zum Automatenfachmann/-frau behalten, wobei der Abschluss „Fachkraft für Automatenservice“ weiterhin staatlich anerkannt bleibt.

Die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Automatenservice wird ab August 2015 nicht mehr angeboten.

Um den kundenorientierten Schwerpunkt dennoch weiterhin anbieten zu können, wurde die Fachkraft für Automatenservice durch eine weitere Spezialisierung (Kundenbetreuung) in die dreijährige Ausbildung integriert.

Der Abschluss zur Fachkraft für Automatenservice bleibt trotz dieser Änderungen anerkannt. Und wer den Abschluss mal gemacht hat, kann mit einem zusätzlichen Jahr Automatenfachmann/ -frau werden.

Wieviele Azubis gab es bis jetzt?

Bundesgebiet

Beruf

gesamt

darunter weiblich

Neue

Ausbildungs-verträge

 

 

 

 

Gesamt

2015

Automatenfachmann /-fachfrau

243

67

155

Fachkraft für Automatenservice

90

48

12

 

2014

Automatenfachmann /-fachfrau

164

38

91

Fachkraft für Automatenservice

201

96

97

 

2013

Automatenfachmann /-fachfrau

152

29

71

Fachkraft für Automatenservice

217

103

133

 

2012

Automatenfachmann /-fachfrau

180

37

96

Fachkraft für Automatenservice

182

87

105

 

2011

Automatenfachmann /-fachfrau

175

40

100

Fachkraft für Automatenservice

228

121

110

 

2010

Automatenfachmann /-fachfrau

145

23

66

Fachkraft für Automatenservice

249

121

131

 

Quelle: DIHK

= 1167 Azubis  seit 2010

 

 

 

 

 

Ausbildung am Spielautomaten und Jugendschutz: passt das zusammen?

Für die Ausbildung zum/-r Automatenfachmann/-frau gilt, dass die Auszubildenden in Spielstätten volljährig sein müssen, so verlangt es der Gesetzgeber laut § 6 Jugendschutzgesetz.

Das Thema Jugendschutz ist fester Bestandteil der Ausbildung – denn künftige Automatenfachleute arbeiten tagtäglich mit diesem Begriff: Ob als Techniker mit dem Einbau von Jugendschutz-Sperren, als Kundenbetreuung durch Einlasskontrollen, oder in der kaufmännischen Sparte mit der Evaluierung von Standorten und deren Entfernung zu Schulen und Jugendeinrichtungen, das Thema Jugendschutz wird in der Branche gelebt und umgesetzt. So auch bei unseren Azubis.

Familien, Freunde, und Ausbildung in der Glücksspielbranche

Wenn Freunden und Familienmitglieder sich gegen einen vereinen, kann das ganz schön belastend sein. Automatenfachmann? Glücksspiel? Vorurteile gibt es viele. Dabei hilft der Aufklärungsfilm „Kein Spiel ohne Regel“, welches gerne an Eltern und Freunde empfohlen werdne kann:

https://www.youtube.com/watch?v=cy9dfsx7a4g

Und wenn es immer noch Unsicherheiten gibt: laden Sie die Eltern zum Gespräch ein, zeigen Sie Ihren Betrieb und was auf den Jugendlichen zukommt.

Was ist die Verbundausbildung?

Im aktuellen Berufsbildungsgesetz (BBiG) von 2005 wurde explizit die Gründung von Ausbildungspartnerschaften aufgenommen.

Bevor erstmals mit einer Verbundausbildung begonnen werden kann, ist eine Kontaktaufnahme mit der IHK erforderlich, die die Voraussetzungen klärt und zugleich in allen formalen Fragen berät. Auch die Agentur für Arbeit kann ein Ansprechpartner für die ersten Planungsschritte sein.

Als wichtigster Schritt ist die Entscheidung darüber zu treffen, welche Art des Verbundes für das eigene Unternehmen geeignet ist:

Verbundmodelle:

  • Auftragsausbildung: Einzelne Ausbildungsabschnitte werden aus fachlichen Gründen oder wegen fehlender Kapazität an andere Betriebe oder Bildungsträger vergeben.
  • Konsortium: Mehrere kleine und mittlere Unternehmen stellen jeweils Auszubildende ein und tauschen diese zu vereinbarten Phasen aus.
  • Leitbetrieb mit Partnerbetrieben: Der Leitbetrieb ist für die Ausbildung insgesamt verantwortlich. Er schließt die Ausbildungsverträge ab und organisiert die phasenweise Ausbildung bei den Partnerbetrieben.
  • Ausbildungsverein: Mehrere Betriebe schließen sich auf vereinsrechtlicher Grundlage zusammen. Der Verein tritt als Ausbilder auf. Er übernimmt die Steuerung der Ausbildung und wird von den Mitgliedern finanziell getragen.

Jedes dieser Modelle hat seine Vor- und Nachteile. In jedem Falle aber entlastet eine Verbundausbildung das einzelne Unternehmen.

AWI-AUSBILDUNGS-HOTLINE
030 / 24 08 77 66