Im Interview: Ich war Azubi in einem Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern

Interview: Azubi im Großunternehmen

Laura, Lukas, Lydia und Sahin haben ihre Ausbildung zum Automatenfachmann bzw. zur Automatenfachfrau abgeschlossen. Alle vier haben in Großbetrieben gelernt, in den mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigt sind,  und erzählen dir, was die Vorteile der Ausbildung in einem großen Unternehmen sind, wie ihre Ausbildung gelaufen ist und was aus ihnen geworden ist.

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Rückhalt und Engagement des Teams waren Ihr Schlüsselerlebnis

Laura, 25 Jahre alt, Teamleitung aus Wolfsburg

Warum hast du dich für eine Ausbildung zur Automatenfachfrau entschieden?

Die Kombination aus Kundenservice und Gerätetechnik war für mich ausschlaggebend. Es war mir wichtig, mit Menschen in Kontakt zu stehen und im Team zu arbeiten. Ich wollte auch bewusst in einem großen Unternehmen arbeiten. Ich denke, es gibt dann vielfältigere Aufstiegsmöglichkeiten, ohne dass man jedes Mal den Betrieb wechseln muss.

Was findest du am Interessantesten an diesem Beruf?

Das Interessante an diesem Ausbildungsberuf ist die Vielfältigkeit. Serviceorientiertes Arbeiten ist ebenso wichtig, wie das technische Verständnis. Zudem trägt man täglich Verantwortung im Umgang mit Geld. Durch das Kassenwesen und den damit verbundenen Buchungsvorgängen ist auch der betriebswirtschaftliche Teil abgedeckt.

Erzähl uns ein besonderes Erlebnis aus deiner Ausbildungszeit!

Gerade am Anfang der Ausbildung hatte ich eine schwere Phase, weil meine Familie auf meine Berufswahl zurückhaltend reagiert hat. Insbesondere meine Eltern waren sehr skeptisch und hätten lieber gesehen, dass ich was „Gewöhnlicheres“ lerne. Der Ausbildungsbeauftragte und der Chef haben sie dann eingeladen, und mit ihnen geredet. Ich weiß nicht, ob ich das ohne Unterstützung hinbekommen hätte. Auch das Team stand hinter mir die ganze Zeit und hat mich immer wieder motiviert. Das schönste Erlebnis in der Ausbildungszeit bleibt für mich der Rückhalt und das Engagement des Teams von vornherein.

Was passierte nach deiner Ausbildung in puncto Karriere?

Im Anschluss zu meiner absolvierten Ausbildung bin ich Teamleitung geworden. Während meiner Tätigkeit als Teamleitung durfte ich am Talentmanagement teilnehmen. Das Programm dauert ein Jahr und beinhaltet mehrere Seminare wie z.B. „Führung“, „Kommunikation“ und „die Wege zur Entscheidungsfindung“.
Meine berufliche Entwicklung wurde durch das Talentmanagement sehr gefördert. Inzwischen arbeite ich seit einigen Monaten als Sekretärin in dem Verwaltungsbüro für Nord und Ostdeutschland.

Und was machst du heute?

Zur Zeit bearbeite ich alle anfallenden Aufgaben im Sekretariat, bevor ich im Mai in die Einarbeitung zur Filialleitung gehen werde.

Hat schon mal mit Paul Gauselmann Skat gespielt

Alexander, 26 Jahre alt, Techniker für 3 feste Filialen in Bremen

 

Warum hast du dich für eine Ausbildung zur Automatenfachfrau entschieden?

Eigentlich war es ehr ein Zufall, dass ich in der Automatenbrache gelandet bin. Nach dem Zivildienst war ich auf der Suche nach einem Nebenjob, um die Zeit bis zu überbrücken, bis ich eine passende Ausbildungsstelle für mich finde.

In einer Zeitungsannonce wurde ich auf mein Ausbildungsunternehmen aufmerksam, das eine Ausbildungsstelle zur Automatenfachmann und zeitgleich eine Vollzeitstelle als Servicemitarbeiter in einer Filiale ausgeschrieben hatte. Den Name des Unternehmens kannte ich – daraufhin bewarb ich mich auf beide Anzeigen.

Was findest du am Interessantesten an diesem Beruf?

Interessant finde ich an meinem Beruf, dass es immer wieder neue Herausforderungen und Aufgabenbereiche gibt und man Hautnah miterleben kann, wie sich ein Unternehmen stetig weiterentwickelt. Gerade in Großbetrieben lernt man alle Facetten der Branche kennen: die Produktion, den Vertrieb, die Filialen und den Service. Ich finde immer noch spannend, wie all diese Rädchen ineinander greifen!

Erzähl uns ein besonderes Erlebnis aus deiner Ausbildungszeit!

Ich durfte einmal Paul Gauselmann persönlich kennenlernen. Zwei Azubi-Kollegen und ich wollten in unserem Hotel in Espelkamp beim gemütlichen Kartenspiel den Abend ausklingen lassen. Auf einmal sahen wir ein paar Tische weiter Herrn Gauselmann, der dort ebenfalls mit Freunden Skat spielte. Zuerst haben wir uns nicht wirklich getraut, aber dann haben wir einfach gefragt, ob wir uns dazu setzen dürften. Herr Gauselmann hatte absolut nichts dagegen und so haben wir uns dann am Nebentisch niedergelassen und quasi Seite an Seite mit ihm Skat gespielt. Das werde ich nie vergessen!

Was passierte nach deiner Ausbildung in puncto Karriere?

Nach meiner Ausbildung bei der Schmidtgruppe bin ich dem Unternehmen treu geblieben und habe sowohl im Außendienst als auch im Innendienst gearbeitet.
Ich habe mich für den Außendienst entschieden und betreue nun 3 Filialen in Bremen und Umgebung.

Und was machst du heute?

Zu meinen Aufgabenbereichen zählen u.a. das Geld Management, die allg. Haustechnik (Beleuchtung, Netzwerke) und natürlich die Geräte (Geldspielgeräte, Geldwechsler).
Meine Aufgabenbereiche sind vielseitig, Teamarbeit ist dabei sehr wichtig. Bei Störungen werde ich von den Servicekräften über eine Mail oder per Anruf informiert.
Zu meinen täglichen Aufgaben zählen dabei:
– Das Bearbeiten von Reklamationen, das heißt wenn z.B. ein Geldspielgerät eine Münzverklemmung bei der Geldauszahlung hat.
– Die Wartung und Instandhaltung der Automaten, Geldwechsler und Unterhaltungsgeräte, evtl. Ersatzteile bestellen und einbauen
– Beleuchtung und Außenwerbung (z. B. Fahnenmast)
– Allgemein das Netzwerk verwalten

Mit der Firma zum Berliner Marathon

Sahin, 28 Jahre alt, Servicetechniker in Bamberg

 

Warum hast du dich für eine Ausbildung zur Automatenfachfrau entschieden?

Ich habe meinen Ausbildungsbetrieb durch ein Praktikum kennengelernt. Damals wollte ich sehen, wie eine große Firma funktioniert und durfte mehrere Abteilungen kennenlernen. Am meisten gefallen hat mir die technische Seite. Getränke- und Snackautomaten gibt es überall auf der Welt, und die Mischung zwischen Lebensmittel, Logistik und Technik gefällt mir. Als der Chef mich gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, bei ihm die Ausbildung zum Automatenfachmann zu machen, habe ich nicht lange überlegen müssen.

Was findest du am Interessantesten an diesem Beruf?

Dass man eben lernt, mit allen Automaten zu arbeiten, selbst wenn man durch seinen Betrieb an eine bestimmte Branche eher gewöhnt ist. Und dass man mit so vielen Produkten in Berührung kommt. Wir haben rund 6000 verschiedene Artikel im Sortiment aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt. Von hausgemachten, regionalen Spezialitäten bis hin zu Exoten vom anderen Ende der Welt. Gerade im Bereich Kaffee kann man unfassbar viel lernen.

Erzähl uns ein besonderes Erlebnis aus deiner Ausbildungszeit!

Die Firma organisiert viele Events für die Mitarbeiter. Da ich gerne Sport treibe, und schon immer ein Marathon laufen wollte, habe ich mich im zweiten Lehrjahr für das Marathonteam der Firma angemeldet. So sind wir zu zehnt nach Berlin gefahren, und sind dort den Marathon gelaufen. Die Ziellinie am Brandenburger Tor zu erreichen war einmalig, ich werde das nie vergessen!

Was passierte nach deiner Ausbildung in puncto Karriere?

Ich habe mich innerhalb des Betriebes für eine Stelle im Ausland beworben, und diese auch bekommen. Ich musste viel umlernen, weil die Essgewohnheiten und Geschmäcker dort total anders waren, die Geräte mussten anders eingestellt werden und die Produkte waren teilweise ganz andere. Aber dadurch konnte ich auch eine neue Kultur lernen. Das war total spannend!

Und was machst du heute?

Wie erwähnt habe ich mich für den technischen Bereich entschieden und bin seit dem 1.10.2015 einer von 65 Servicetechnikern in meinem Betrieb. Mittlerweile betreue ich 6 Großkunden und bin in meiner täglichen Arbeit damit beschäftigt 301 Automaten Instand zu halten. Für meinen Tagesablauf bin ich selbstständig verantwortlich. Ich erhalte meine Aufträge durch die Filialmitarbeiter oder durch unsere Zentrale und teile mir die Arbeit in Rücksprache mit den Kunden dann dementsprechend ein.

Die Arbeit ist ebenfalls sehr vielfältig, da ich jeden Tag vor neuen Aufgaben und Herausforderungen stehe. Es wird also nie langweilig, was ich sehr an meinem Beruf schätze. Und auch hier habe ich die Möglichkeiten mich stetig fortzubilden, da die Technik in der heutigen Zeit selten stagniert.

Durfte mal Politikern den Beruf vorstellen

Lydia, 26 Jahre alt, Filialleitung in Stuttgart

 

Warum hast du dich für eine Ausbildung zur Automatenfachfrau entschieden?

Als ich im Januar 2009 anfing, war ich gerade 18 und ging noch zur Schule. Nach meiner Fachhochschulreife suchte ich nach einem zu mir passenden Beruf. Meine damalige Gebietsleitung unterstützte mich damals mit Freistellungen an gewissen Tagen, an denen ich Vorstellungstermine, Einstellungstest und ähnliches hatte. Ich konnte mich jedoch nicht wirklich entscheiden, was ich in der Zukunft machen wollte. Mittlerweile habe ich auch rausgefunden wieso ich nichts gefunden hatte. Mir hat die Arbeit in der Spielhalle zu viel Spaß gemacht. Meine damalige Gebietsleitung brachte mich dann auf die Idee, die Ausbildung als Automatenfachfrau zu machen. So habe ich mich für die Ausbildung entschieden. Es ist ein vielseitiger Beruf, der mit Gästebewirtung, Technik, Umgang mit Teammitgliedern und organisatorischen Aufgaben zu tun hat.

Was findest du am Interessantesten an diesem Beruf?

Der Beruf bietet einiges an Abwechslung. Man lernt das technische fast aller Automaten, die es auf dem Markt gibt.

Erzähl uns ein besonderes Erlebnis aus deiner Ausbildungszeit!

Ich durfte einmal nach Berlin und als Azubine die Branchenausbildung bei einem Treffen der Verbände mit der Politik repräsentieren. Ich war auf der einen Seite stolz, auf der anderen Seite total nervös, es war eine sehr außergewöhnliche Aufgabe, einem Politiker zu erklären, wie ein Geldspielgerät funktioniert. Aber es war auch spannend zu sehen, wie solche Empfänge laufen und wie unsere Branche vor der Politik vertreten wird.

Was passierte nach deiner Ausbildung in puncto Karriere?

Nach meinem Abschluss ging ich ein Jahr später in die Filialleiterausbildung. 2013, direkt nach meiner Ausbildung machte ich den Ausbilder Eignungsschein.

Und was machst du heute?

Als Filialleitung übe ich zurzeit das Training der Mitarbeiter an meinem Standort aus, kümmere mich um die Einteilung des Personals in meinem Team.
Meine Aufgabengebiete sind: Personal-Einstellung, Administration, Einteilung von Personal und Abrechnungen des Einkaufs, Schulungen, Teamsitzungen.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/fragezeichen-hinweis-duplikat-2110766/

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