Erst ab 18: Auch als Automatenfachmann /-frau?

Erst ab 18: Auch als Automatenfachmann /-frau?

In ihrer aktuellen Kampagne weist Die Deutsche Automatenwirtschaft darauf hin, dass der Zugang zu Spielhallen für Minderjährige untersagt ist.

Gilt es auch für Azubis? 

 

Die aktuelle Branchenkampagne des Dachverbandes Die Deutsche Automatenwirtschaft sagt es ganz klar:

Nur Erwachsene dürfen Spielhallen betreten. Manche Unternehmen der Branche lassen sogar erst Gäste ab 21 Jahre in ihre Spielotheken hinein.


Doch was heißt es jetzt für Auszubildende zum Automatenfachmann / zur Automatenfachfrau? Kann man nur eine Ausbildung in dem Beruf anfangen, wenn man schon volljährig ist? Wir klären auf.

Erst ab 18: Auch als Automatenfachmann /-frau?

Jugendschutz geht vor! Das gilt selbstverständlich auch für Azubis!

Ja, es ist tatsächlich so: auch Azubis, die noch nicht 18 sind, dürfen sich nicht in Spielhallen aufhalten.

In jedem Betrieb sind sowohl an der Haustür als auch an den Geräten Warnzeichen angebracht, die darauf aufmerksam machen, dass das Spiel um Geld ausschließlich für Erwachsene bestimmt ist. Dasselbe gilt im Übrigen für die Automaten in der Gastronomie: diese dürfen nicht von Jugendlichen bespielt werden.

Es geht aber um mehr als ums reine Spielen: Das Jugendschutzgesetz verbietet Jugendlichen den Aufenthalt in Spielhallen. Azubis machen hier keine Ausnahme, und dürfen somit nicht in Spielotheken arbeiten.

Wir passen eben auf!

Erst ab 18: Auch als Automatenfachmann /-frau?
Auf jedem Geldspielgerät weisen Piktogramme auf den Jugendschutz hin.
Erst ab 18: Auch als Automatenfachmann /-frau?
Im Büro: mit 16 Jahren kein Problem
Erst ab 18: Auch als Automatenfachmann /-frau?
In der Werkstatt: keine Altersbegrenzung

…dennoch können Azubis in der Glücksspielbranche ihre Ausbildung mit 16 anfangen

Die Einhaltung des Jugendschutzes bedeutet nicht, dass man erst eine Ausbildung zum Automatenfachmann / zur Automatenfachfrau in der Glücksspielbranche erst mit 18 anfangen kann.

 

Als Automatenfachmann/-fachfrau in der Fachrichtung Automatendienstleistungen ist es möglich, sich für kaufmännische Prozesse zu spezialisieren. Somit findet die Ausbildung grundsätzlich die meiste Zeit im Büro statt und kann bereits mit 16 angefangen werden.

Im Technikbereich (Fachrichtung Mechatronik) wiederum hängt es vom Betrieb ab. In der Glücksspielbranche haben größere Betriebe oder Unternehmen im Großhandel oft eine Werkstatt, die von der Spielstätte räumlich getrennt ist. Dort kann die Ausbildung und insbesondere das Lernen am Gerät ohne Probleme stattfinden. In der Industrie sind Azubis direkt mit der Produktion in Kontakt und können somit am Gerät lernen, ohne dafür eine Spielothek betreten zu müssen.

 

Bei einer dreijährigen Ausbildung ist es darüber hinaus kein Problem zu warten, bis der Azubi tatsächlich 18 ist, um ihn im dritten Lehrjahr dann in die Spielothek mitzunehmen. Denn letztendlich ist dies das zentrale Gebiet der Branche, und es gibt wenig Techniker, die ausschließlich in einer Werkstatt arbeiten: der mobile Einsatz in die Spielothek ist hier für die Mehrheit fester Bestandteil des Berufs.

…oder in der Vending-Branche starten!

Es gibt aber auch genug Betriebe, die die Ausbildung zum Automatenfachmann / Automatenfachfrau ohne Alterskriterium anbieten. Ob in der Vending-Branche oder beispielsweise in Unternehmen für Parkautomaten, das Alter spielt dann keine so starke Rolle mehr: da kann die Ausbildung jederzeit starten.

Erst ab 18: Auch als Automatenfachmann /-frau?
Automatenfachleute haben oft einen eigenen Dienstwagen. Der Führerschein ist in der Branche für viele notwendig

Führerschein erst ab 18: bis dahin wird mit Begleitung gelernt!

Egal in welcher Branche, viele Automatenfachmänner und –frauen, insbesondere die Mechatroniker unter Ihnen, sind auf den Führerschein angewiesen. Selbst in der Glücksspielbranche betreuen Techniker öfter mehrere Spielhallen, und müssen dementsprechend mobil sein.

Während der Lehre ist man selten ganz auf sich gestellt. Am Anfang fährt der Azubi so oder so mit seinem Ausbilder zum Kunden oder zur Spielothek. Doch dies ist langfristig gesehen natürlich nicht der Sinn der Sache.

Azubis der Fachrichtung Mechatronik müssen also ob vor oder während der Ausbildung den Führerschein machen. Oft finanzieren die Unternehmen den Führerschein: Das motiviert und hilft zeitgleich (die Fahrschule ist nämlich für viele Azubis viel zu teuer).

Fazit: Die Altersbegrenzung hat Vor- und Nachteile

Aus spezifischen Gründen ist der Ausbildungsstart meistens erst ab 18 Jahren möglich:

Automatentechniker sind oft unterwegs und benötigen daher den Führerschein. In der Glücksspielbranche wiederum ist der Zutritt von Spielhallen erst ab 18 erlaubt. Die Suche nach passenden Azubis ist deshalb umständlicher als in anderen Wirtschaftszweigen.
Aus dieser Not hat aber die Automatenwirtschaft eine Tugend gemacht: so werden oft aus schulschwächeren Jugendlichen starke Azubis. Diese können sich über eine international relevante Ausbildung mit Weiterbildungsmöglichkeiten freuen, in einer Branche die immer weiter boomt und durch Technik zur wichtigen Säule unserer mobilen Gesellschaft geworden ist.
(AM)

Erst ab 18: Auch als Automatenfachmann /-frau?
Regelmäßig bundesbeste Azubis: Der Beruf Automatenfachmann hat bereits mehrmals Azubis zur Ehrung der Deutschen Industrie und Handelskammer gebracht!
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